Bookcrossing – Das Abenteuer kann beginnen!

Heute also endlich bei Bookcrossing registriert – das wollte ich schon länger mal ausprobieren. Nach Postcrossing und Geocaching die dritte Hetz‘, wenn einem fad im Kopf ist. Klar, alle drei sind grundverschieden – aber diese Kombination aus digital world und vernetzte Community reizt irgendwie.

Flugs gleich zwei eigene Bücher freigelassen; und wie’s der Zufall so will auch gleich mein allerallererstes Bookcrossing-Buch gefangen. Puuh, hoffentlich auch alles richtig gemacht beim registrieren und loggen. Gott, was hatte ich anfangs bei Geocaching Mist gebaut ;).

Bookcrossing ist übrigens gratis mit Premium-Funktion – ganz wie Groundspeak’s Geocaching. Bloß dass Premium – das heisst da „Flügel“ – bei Bookcrossing ganze 50€(!) pro Jahr kostet – naja. Man kann’s auch übertreiben. Im Grunde will ich nur ein paar Bücher auf die Reise schicken und sehen, wo sie enden. Ganz wie bei den Trackables.

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Das gefangene Buch – „Der Weg zurück“ von Erich Maria Remarque – war übrigens nicht nur das erste gefangene, sondern das allererste Bookcrossing-Buch überhaupt, welches ich in freier Wildbahn gesichtet habe. UND es ist ein richtiger verlorener Sohn, wie ich sehe – nach 6(!) Jahren wieder aufgetaucht. Der Owner – sagt man da so bei Bookcrossing? – wird sich freuen. °°

EMR ist seit langem einer meiner Lieblingsautoren; wer kennt „Im Westen nichts Neues“ nicht, ob als Buch oder Film und aktuell sogar jetzt auch als Graphic Novel – dieses so wichtige Werk des 20. Jhts.. Ich bin neugierig auf diese Fortsetzung. Habe vor langem eine umfangreiche EMR-Biografie gelesen, die fand ich fesselnd und hochinteressant. °°

Wie sind Deine Erfahrungen mit Bookcrossing? Bist Du vielleicht schon ein alter Hase und kannst mir Tipps geben? Oder hast Du Fragen an mich? Sehr gerne.

 

Empfehlung 1:

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Erich Maria Remarque und Paulette Goddard – Biographie einer Liebe  °°

 

Empfehlung 2:

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‚Sag mir, daß Du mich liebst‘. Erich Maria Remarque – Marlene Dietrich. Zeugnisse einer Leidenschaft. °°

Im September 1937 begegnet Erich Maria Remarque Marlene Dietrich am Lido in Venedig. Dieses Treffen wird der Beginn einer langen, leidenschaftlichen und dramatischen Liebesbeziehung, die Remarque zu hinreißenden und bewegenden Liebesbriefen motivierte.Remarque war in seiner Liebe zu Marlene Dietrich, von der er sich Ende 1940 wieder zu lösen begann, ohne sie je ganz aufzugeben, der »Schwächere«. Die Leidenschaft war durchaus gegenseitig, beide waren berühmt, finanziell unabhängig, hatten Deutschland verlassen und waren sich einig im Hass auf die Nazis. Marlene Dietrich entsprach ganz den Idealen Remarques, setzte ihn aber dauernden Eifersuchtsqualen aus. Werner Fuld und Thomas F. Schneider haben die Briefe Remarques an Marlene Dietrich und die wenigen erhaltenen Antworten gesammelt, kommentiert und eingeleitet. Was die Briefe neben ihrer Passioniertheit in jeder Hinsicht auszeichnet, ist das Spiel mit Kose- und Decknamen, mit, auch in der Diktion, unterschiedlichen Identitäten, so dass das Schöpferische der Liebe und das Liebeserfüllte der Literatur sinnfällig werden.

 

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°°) Hinweis: Affiliate-Link, dh falls Du den genannten Artikel über diesen Link kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Diese Tatsache beeinflußt jedoch in KEINSTER Weise meine Meinung oder Beurteilung dieses Artikels.

 

Michal Hvorecky: Tod auf der Donau [Rezension]

[SR = Schnellrezension]

Gleich vorweg: Wer einen durchdachten Krimi erwartet liegt hier falsch – komplett. Wer sich hingegen auf ein stimmiges ‚River-Movie‘ des grossen Flusses einlässt, wird nicht enttäuscht. Der Autor zeichnet ein – vermutlich deutlich autobiographisch geprägtes – zutiefst schwarzes, um nicht zu sagen sarkastisches Bild der Flusskreuzfahrtszene und lässt dabei kein gutes Haar an niemandem: Crew, Passagiere, Reiseführer, Land und Leute. Mit gleicher spitzer Feder karikiert und entlarvt er den eigentlichen Beruf der Hauptfigur / des Autors: den des Übersetzers.

Aber so nebenbei – und das macht den eigentlichen Reiz des Buches aus – erfährt der Leser einiges über die Donau selbst, und den Städten entlang dieses für Europa so bedeutsamen Stromes (besonders der Heimatstadt der Hauptfigur respektive des Autors, nämlich Bratislava / Pressburg).

Besonders bewegend die (authentische) Geschichte der Irrfahrt des Raddampfers ‚Pentcho‘, der 1940 hunderte slowakische Juden nach langer, qualvoller Reise von Bratislava bis in die Ägäis vor dem Holocaust rettete.

Und wer wie ich das Glück hat, sich dieser Lektüre durch Zufall am sommerlichen Ufer der Donau angesichts dutzender vorbeiziehender Flusskreuzfahrtsschiffe widmen zu können, der genießt diesen interessanten Band doppelt – und sieht über die kleineren Schnitzer der Übersetzung aus dem Slowakischen nonchalant hinweg. Und an die beiden Morde denkt am Ende sowieso keiner mehr – gut so.

Erhältlich zB bei Amazon:

Michal Hvorecky: Tod auf der Donau °°

PS: Hvorecky erwähnt im Buch des öfteren ein weiteres Donau-Buch, ja empfiehlt es geradezu, und zwar das bereits 1986 erschienene Werk des Italieners Claudio Magris // Donau: Biographie eines Flusses . Für Donau-Liebhaber wohl ein Muss, ebenso erhältlich zB bei Amazon:

Claudio Magris: Donau – Biographie eines Flusses °°

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