Alex Capus: Mein Nachbar Urs [Rezension]

Mein Gott – endlich wieder ein heiteres Buch! Nach zwei regelrechten Rohrkrepierern – einen davon hab‘ ich ja sogar rezensiert – also endlich wieder eins, wo man das Lesen genießt, sich auf die nächste Seite freut, und auch gleichzeitig auch ein wenig wehmütig ist, weil es sich so dünn anfühlt, dieses grüne Büchlein aus Olten.

Alex Capus lebt mit seiner kinderreichen Familie im schweizerischen Olten, und dort erschienen auch die einzelnen Kapitel dieses Buches zwischen 2011 und 2013 als Kolumne im „Oltner Stadt-Anzeiger“.

Von Alex Capus kannte ich bisher nur wenig – vielleicht ist das gut so um unvoreingenommen an das kleine Büchlein heranzugehen. Nicht die bekannten Romane, allesamt Bestseller, auch keine Erzählungen. Aber ich blieb einmal beim TV-Zappen an einer Doku hängen: „Ein Tag im Leben des A.C.“ oder so – und die war faszinierend und leichtfüssig lässig zugleich. Das blieb hängen.

Der Titel ist nicht ganz richtig: „Meine Nachbarn mit Namen Urs“ sollte es heißen, denn es sind derer sechs – wobei einer nicht beschrieben werden will, sagt Capus augenzwinkernd. Wie das ganze Buch übrigens.

Er schwadroniert drauf los, kommt vom hundertsten ins tausendste, fabuliert frisch-fröhlich über dies und das – ja richtig: erfrischend eben, das trifft es. Aber er kommt auch schnell in tiefsinnigeres Fahrwasser – und das ist gut so.

Bahnhof von Olten um 1860

Bahnhof von Olten um 1860

Am berührendsten ist wohl die Geschichte-in-der-Geschichte im Kapitel ‚Zwei Oltner Buben in der Fremde‘ vom ukrainischen Juden, der vor hundert Jahren voller Hoffnungen mit einem schönen Mädchen nach Paris durchbrannte. Fabulierkunst at its best.

Anmerkung: Diese kleine Schilderung erinnert übrigens sehr an ähnliche Erinnerungen von Erwin Rosen (bekannt durch Der Deutsche Lausbub in Amerika – ein lesenswertes mehrbändiges Buch aus einer längst vergangenen Zeit), der ebenfalls beredt und packend von seinen leidvollen Erfahrungen in der Fremdenlegion berichtet.

Niemals hätten wir den Oltner Anzeiger zur Hand genommen- wie auch? Niemals hätten wir von diesen tollen Geschichten erfahren. Gut, dass es dieses Buch gibt.

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Alex Capus: Mein Nachbar Urs

Klappentext: Alex Capus lebt in Olten in der Schweiz, der liebenswertesten Kleinstadt des Universums. Das Leben dort ist übersichtlich und friedfertig – wären da nicht die Nachbarn. Capus hat fünf Nachbarn, die alle Urs heißen. Eigentlich sind es sechs, aber einer will nicht, dass man über ihn schreibt. An Sommerabenden trifft Capus sich mit ihnen und lässt sich die Welt erklären. Es kann aber auch passieren, dass er einen Nachmittag mit Prinz Charles verbringt. Seine bezaubernden Geschichten sind getragen von einer fröhlichen Melancholie und einer großen Menschenkenntnis. – Die Welt im Großen und im Kleinen.

Alex Capus, geboren 1961 in der Normandie, lebt heute in Olten. Er studierte Geschichte, Philosophie und Ethnologie in Basel und arbeitete einige Jahre als Journalist bei mehreren Schweizer Tageszeitungen.
1994 veröffentlichte er seinen ersten Erzählungsband Diese verfluchte Schwerkraft, dem seitdem vierzehn weitere Bücher mit Kurzgeschichten, Romanen und Reportagen folgten. Bei Hanser erschienen die Romane Léon und Louise (2011), Fast ein bißchen Frühling (2012),Skidoo. Meine Reise durch die Geisterstädte des Wilden Westens (2012) und Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer (2013).

Mehr von Alex Capus

 

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Bookcrossing – Das Abenteuer kann beginnen!

Heute also endlich bei Bookcrossing registriert – das wollte ich schon länger mal ausprobieren. Nach Postcrossing und Geocaching die dritte Hetz‘, wenn einem fad im Kopf ist. Klar, alle drei sind grundverschieden – aber diese Kombination aus digital world und vernetzte Community reizt irgendwie.

Flugs gleich zwei eigene Bücher freigelassen; und wie’s der Zufall so will auch gleich mein allerallererstes Bookcrossing-Buch gefangen. Puuh, hoffentlich auch alles richtig gemacht beim registrieren und loggen. Gott, was hatte ich anfangs bei Geocaching Mist gebaut ;).

Bookcrossing ist übrigens gratis mit Premium-Funktion – ganz wie Groundspeak’s Geocaching. Bloß dass Premium – das heisst da „Flügel“ – bei Bookcrossing ganze 50€(!) pro Jahr kostet – naja. Man kann’s auch übertreiben. Im Grunde will ich nur ein paar Bücher auf die Reise schicken und sehen, wo sie enden. Ganz wie bei den Trackables.

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Das gefangene Buch – „Der Weg zurück“ von Erich Maria Remarque – war übrigens nicht nur das erste gefangene, sondern das allererste Bookcrossing-Buch überhaupt, welches ich in freier Wildbahn gesichtet habe. UND es ist ein richtiger verlorener Sohn, wie ich sehe – nach 6(!) Jahren wieder aufgetaucht. Der Owner – sagt man da so bei Bookcrossing? – wird sich freuen. °°

EMR ist seit langem einer meiner Lieblingsautoren; wer kennt „Im Westen nichts Neues“ nicht, ob als Buch oder Film und aktuell sogar jetzt auch als Graphic Novel – dieses so wichtige Werk des 20. Jhts.. Ich bin neugierig auf diese Fortsetzung. Habe vor langem eine umfangreiche EMR-Biografie gelesen, die fand ich fesselnd und hochinteressant. °°

Wie sind Deine Erfahrungen mit Bookcrossing? Bist Du vielleicht schon ein alter Hase und kannst mir Tipps geben? Oder hast Du Fragen an mich? Sehr gerne.

 

Empfehlung 1:

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Erich Maria Remarque und Paulette Goddard – Biographie einer Liebe  °°

 

Empfehlung 2:

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‚Sag mir, daß Du mich liebst‘. Erich Maria Remarque – Marlene Dietrich. Zeugnisse einer Leidenschaft. °°

Im September 1937 begegnet Erich Maria Remarque Marlene Dietrich am Lido in Venedig. Dieses Treffen wird der Beginn einer langen, leidenschaftlichen und dramatischen Liebesbeziehung, die Remarque zu hinreißenden und bewegenden Liebesbriefen motivierte.Remarque war in seiner Liebe zu Marlene Dietrich, von der er sich Ende 1940 wieder zu lösen begann, ohne sie je ganz aufzugeben, der »Schwächere«. Die Leidenschaft war durchaus gegenseitig, beide waren berühmt, finanziell unabhängig, hatten Deutschland verlassen und waren sich einig im Hass auf die Nazis. Marlene Dietrich entsprach ganz den Idealen Remarques, setzte ihn aber dauernden Eifersuchtsqualen aus. Werner Fuld und Thomas F. Schneider haben die Briefe Remarques an Marlene Dietrich und die wenigen erhaltenen Antworten gesammelt, kommentiert und eingeleitet. Was die Briefe neben ihrer Passioniertheit in jeder Hinsicht auszeichnet, ist das Spiel mit Kose- und Decknamen, mit, auch in der Diktion, unterschiedlichen Identitäten, so dass das Schöpferische der Liebe und das Liebeserfüllte der Literatur sinnfällig werden.

 

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Bücherboxen finden – und warum ich vielleicht doch eine eigene Liste dazu anlege

Bücherboxen aka -schränke, -kühlschränke usw. sind eine feine Sache: Entweder man will seine eigenen Bestände etwas lichten, aber hat brav noch intus: „Bücher gibt man nicht zum Müll!“ – oder man hat mal wieder Lust auf stöbern und goustieren. Da kommen die als alte Telefonzellen oder Kühlschränke getarnten Dinger gerade recht.

BücherBox

Doch eigentlich stolpere ich immer wieder nur zufällig über die Locations – da muss ne Liste her, ganz klar. Doch halt, die Jungs von Wikipedia waren da natürlich schon wieder schneller:

Liste öffentlicher Bücherschränke

Das Problem nur: Die Liste erscheint mir nicht mehr ganz aktuell – zumindest für den Heimatbereich von prattenberg.

Bei der nächsten Liste sieht es nicht besser aus:

OpenBookCase

(Letzte Änderung etwa 2015, und tatsächlich fehlen einige)

But it’s a good start. Werde das Thema weiterverfolgen. Was meint Ihr dazu? Interessiert sich jemand für eine aktualisierte Liste rund um Wien?